Sternabert

Sternabert

Donnerstag, 8. März 2012

Mal was Deftiges für zwischendurch...

Hallo, liebe Leute. Wenn einem mittags oder am Abend mal der Hunger kommt, dann hab´ ich da was.

An Bord meines Gefährts befinden sich immer ein paar Vorräte, die man zum Leben braucht, so Gewürze, Brühe, Wasser, Zwiebeln und Wurzelgemüse aus Vaterns Garten.
Letztens traf ich einen netten Russen, der hat geangelt. Kurzerhand gefragt, und er hat mir 4 ansehnliche Bleie übereignet . Spasiba - do swidanja!
Fische putzen, in Stücke schneiden und in frischem Flusswasser (wahlweise Leitungswasser) mit Salz, Zwiebel, Lorbeer und Piment kochen. Möhren, Kartoffeln und ggf. Distelwurzel und Sellerie kleinschneiden.

Gekochten Fisch entnehmen und entgräten, den Sud abseihen und darin das Gemüse garen. Jetzt den sorgfältig abgepulten Fisch dazugeben, mit Pfeffer und etwas Brühe abschmecken und fertig ist die Ucha.

Kleiner Tip:
einen Teil der Kartoffeln recht klein schneiden, dann wird das Süppchen sämiger, zum Schluss noch eine Idee Holzkohle von der Weide, für die rauchige Note.



Als zuhause vorbereiteten Gaumenschmaus kann ich Schaschlik empfehlen.
Ich nehme Bauchspeck, Knacker, Schweinefleisch, Putenleber, Zwiebeln und Paprika (wahlweise rote). Das zugeschnittene Fleisch und die Leber einen Abend vorher mit einem Schuß Olivenöl, Knoblauch und Lorbeer in Rowein einlegen. Morgens dann alles abwechselnd auf Spieße fädeln, salzen und pfeffern und los geht´s.
Nach ´ner aufregenden Gänsetour durchs Havelland abends dann gemütlich.



Zu passender Jahreszeit gibt´s Wilden Spargel oder Pilzfanne aus Steinpilzen, Maronen, Krauser Glucke und Pfifferlingen. Und morgens meist ´nen "Sachsenkaffee".





 Guten Appetit!

Samstag, 3. März 2012

Interessante Gans, zum 2x Hinsehen...

Neulich im Schneetreiben flog mir diese Gans über den Weg, landete kurz in einem Trupp äsender Feldgänse  und zog später separat weiter.
Ein schon recht imposanter Vogel, wie ich finde.
Er ist auch größer als die umstehenden Tundrasaatgänse.
Hals- und Kopffärbung kontrastieren auffällig schwach zueinander, erst die Krone erscheint recht dunkel - ist das evtl. Lichtabhängig?
Als nächstes fallen der großflächig orange Schnabel und der relativ lang wirkende Hals auf.












Nun kann man in der Havelniederung bei Ketzin schon mal über eine in Brandenburg und auch weltweit eher seltene (50000 - 70000 Ind., Trend fallend - Heinicke 2004) Saatgansform nachdenken - die Waldsaatgans.

                    


Jetzt wird es kniffelig und man muß genauer hinschauen. Der Kopf für sich wirkt recht groß und kantig, die Schnabelbasis relativ hoch. Die Stirn des Vogels fällt ziemlich steil ab, so, dass kein fliehendes Schnabel-, Kopfprofil entsteht.






Bleibt noch, sich den Schnabel und dessen Aufbau etwas genauer anzuschauen. Wie oben schon erwähnt, viel Orange, hohe Basis. Der Unterschnabel ist überwiegend schwarz und nach unten hin ausgebeult, auch ein tundrasaatganstypischer "Lefzenspalt" ist zu erahnen. Eigentlich wirkt der Schnabel auch nicht filigran und lang. Der im Verhältnis sehr große ovale Schnabelnagel macht die Sache für mich klar, es handelt sich wohl um einen schönen, großen Tundrasaatganter.

Waldsaatgans (Anser fabalis fabalis)

Tundrasaatgans (Anser fabalis rossicus)


PS: Wer es anders sieht, kann mir gern seine Gedanken unterbreiten...

Donnerstag, 1. März 2012

Möwenbestimmung.

Hier einmal ein Beispiel, wie man solch eine Großmöwe recht sicher auf Artniveau bestimmen kann.

Silbermöwe "omissus"-Typ ad.
Die Bilder entstanden am 09.02.´12 in der Nähe von Töplitz an der Havel. Wir haben es augenscheinlich mit einer adulten Möwe zu tun. Sie ist ausgefärbt und hat keine bräunlichen Nuancen mehr in den Flügeldecken, auch ihre Apikalflecken (Handschwingenspitzen) sind schon recht großflächig weiß. Desweiteren sind Schnabel und Füße kräftig gelb gefärbt. Nun haben ja fast alle schon von Mittelmeer- (L. michahellis) und Steppenmöwen (L. cachinnans) und deren phänotypischer Abgrenzung zur Silbermöwe gehört. Bei den quittegelben, unbefiederten Körperanhängseln und den hellen Augen, kann man speziell an erstere denken. Lasst uns noch etwas genauer schauen. Das Kopf-, Halsgefieder scheint zwar grundsätzlich weiß, ist aber zu dieser Jahreszeit noch fein dunkel gestrichelt.
Silbermöwe "omissus"- Typ ad.
Der Schnabel wirkt recht massig, jedoch ohne ausladendes Gonyseck, dessen Rotfärbung sich auf den Unerschnabel beschränkt. Es ist kein prominenter, blutroter Lidring zu erkennen und
der Grauton des Rückengefieders erscheint verhälnismäßig hell. Nun nähern wir uns dem K.o. - Kriterium, was den Gedanken an Mittelmeermöwe hier endgültig ausscheiden lässt - der Handschwingenzeichnung. Nicht nur die großen, oben schon erwähnten Apikalflecken, sondern besonders die komplett weiße Spitze der äußeren Handschwinge 10 (von innen nach außen gezählt - hier die längste, zuunterst liegende) und der große, weiße Spiegel auf HS 9,  weisen diesen Vogel als klare Silbermöwe aus. Ein gelbfüßiges Tier, dass auch heute noch gern als "omissus"-Variation der Silbermöwe bezeichnet wird.
Im Hintergrund immature Steppenmöwen...

Neue Variante der Tundrasaatgans (Anser fabalis bommelus)...

Diese pastellenen Fotos, die irgendwie an die Zigarettensammelbildchen aus "Aus Deutschlands Vogelwelt" (1936) erinnern, zeigen dennoch eine seltene Erscheinung.
Ich selbst hab´ soetwas nur einmal gesehen, nämlich
als diese Bilder entstanden. Weder habe ich bis dato je von Ähnlichem gelesen, noch etwas von weiteren Sichtungen gehört.
Die "Bommel" scheint keine Geschwulst zu sein, sondern vielmehr eine Federhaube.
Solche Federauswüchse sind bei einigen Entenzüchtern sehr beliebt und beruhen meines Wissens auf einem Gendefekt, der bei der Nachzucht von sogenannten "Haubenenten" - richtig: "Landente mit Haube" - ausgenutzt wird.




Dieser Gendefekt bewirkt eine Öffnung in der Schädeldecke, die zum Schutz des Gehirns mit einer kollagenartigen Schicht überwuchert ist, welche wiederum als Grundlage für die verlängert wachsenen Kopffedern fungiert.

Sollte es nur an dieser kollagenartigen Schicht liegen, könnte der Federauswuchs auch auf eine zurückliegende, ausgeheilte Schädelverletzung des Vogels zurückzuführen sein.


In jedem Fall machte die Gans einen vitalen Eindruck und ich finde,


                                             sie passt ganz gut zum Charme der Bilder...

Mittwoch, 29. Februar 2012

Mysteriöse Blessgänse.

Bei der Gänsebeobachtung sollte man etwas Ausdauer mitbringen und auch recht kältehart sein.

Blessgans immatur
Bis spät in den Winter hinein, kann man die Jungvögel unter guten Umständen noch von den Adulten unterscheiden. Sie mausern in dieser Zeit ins Alterskleid und sind, hier am Bsp. der Blessgans, an der rundlichen Mantel- und Flankenfederform, dem wie "gehämmert" wirkenden Bauchgefieder, ohne schwarze Flecken, der fehlenden Blesse, der schmalen, weißen Schwanzendbinde und ihrem dunklen Schnabelnagel zu erkennen. Diese Merkmale verlieren sich im 1. Winter und sind ab April nur noch bei wenigen Individuen mit Sicherheit auszumachen. Folgend einmal 2 Tiere im gleichen Alter im März. Die vordere noch fast komplett im Jugendkleid. Die hintere hat ihre Mantelfedern schon erneuert. Ihre Schnabelnägel sind jetzt aufgehellt und die Halsriffelung bildet sich langsam aus, noch keine volle Blesse.

Blessgänse vorjährig

Im Alters-, oder Erwachsenenkleid dann wie auf dem dritten Bild zu sehen

Blässgans Erwachsenenkleid















Nun aber zum eigentlichen Thema, normalerweise haben eurasische Blessgänse (Anser albifrons albifrons) pink-, bis fleischfarbene Schnäbel, einige zeigen auch orange Anteile, aber meist nur in geringer Ausprägung am Schnabelgrund oder auf dem -first. Nun hab´ ich ab und an mal komplett orangeschnäbelige Tiere digiscopiert, die ich hier vorstellen möchte.

Blessgans Jugendkleid
Diese 2 sind gute Kandidaten für A.a.flavirostris, die Grönlandblessgans. Ihr Schnabel wirkt recht lang, ist komplett orange gefärbt und auch der Gefiederton insgeamt scheint einen Tick dunkler zu sein, als bei den Vergleichstieren.




Hier 2 voneinander verschiedene Altvögel mit orangem Schnabel und sonst allen typischen Merkmalen von albifrons, bis vielleicht auf die recht stark grau überhaucht wirkenden Großen Armdecken und Handschwingen.   
                                                                                                                                                    
Blessgans ad. 14.02.´11
Blessgans ad. 14.02.´11
Blessgans ad. 20.12.´11
Blessgans ad. 20.12.´11



Diesbezüglich gab es Vermutungen, dass es eventuell Tiere aus nord-ost-sibirischen Teilpopulationen sein könnten. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass diese Gänse an der Grenze der innerartlichen Variationsbreite rangieren.

Auf jeden Fall spannend - und schöne Vögel...
Mittlere Havelniederung um Ketzin im Winter.


Zu dieser Jahreszeit gibt es in oben genanntem Gebiet viel zu sehen. Bei knackigen Temperaturen entfaltet die Landschaft ihren eigenen Reiz.
Eisgebilde
Haveleis bei Paretz
Rothalsgans vorjährig
Es ist nun eine gute Zeit, um nordische Feldgänse zu observieren. Mit etwas Glück findet man zwischen tausenden von Tundrasaat- und Blessgänsen einzelne Vertreter anderer Unterarten, oder Arten, wie z.B. Waldsaatgans, Kurzschnabelgans, Zwerggans und Meeresgänse wie Rothalsgans, Weißwangengans, Ringelgans und Kanadagans. Bei näherer Betrachtung (unter Zuhilfenahme eines Spektivs), wird man schnell merken, dass die Gänse individuell sehr verschieden aussehen können und daher auch ab und an einmal zur Unterarten- oder Hybriddiskussion einladen.
Kurzschabelgans ad.
Spaß bringt auch das Ablesen der Codes von halsberingten Vögeln, von denen man, nach Eingabe der Daten bei www.geese.org, zeitnah einen Beringungs-, bzw. Ablesugsbericht eisehen kann.
Waldsaatgänse














Außerdem rasten hier größere Kleinvogelschwärme bestehend aus Sperlingen, Ammern und Finken.
Ganz gut, aber selten sind Sichtungen von Berghänflingen. Im Gefolge ihrer potenziellen Nahrungstiere befinden sich Greife und Falken wie Sperber, Habicht, Merin und Wanderfalke und auch Raufußbussarde und Kornweihen sind zu erwarten. Man kann, mit etwas Glück, Balzszenen zwischen Seeadlern beobachten und  einzelne Kraniche, wie auch Singschwäne, schicken ihre tönenden Rufe durch die klare Luft.
Am 14.02.´11 zählte ich 1620 Ex. von Cygnus cygnus in der Niederungsfläche um Rhinow.
Singschwäne im Nebel
Im Gebiet gibt es viel Wasser, so sind auf Trebelsee, Havel, oder Gülper See evtl. Seetaucher, oder Samtenten antreffen, andere Tauch- und Schwimmenten sind in jedem Fall zu sehen.
Dort und in der Nähe von Kompostieranlagen lässt sich die "Kunst" der Möwenbestimmung erlernen, oder verfestigen. Neben Sturm- und Lachmöwen sind meist auch Großmöwen verschiedenen Alters vor Ort, die dann als Silber-, Steppen-, Mittelmeer-, Herings-, oder Mantelmöwe angesprochen werden wollen. Einen gewissen Anteil jener muß ich oft unbestimmt, als Larus spec. davon fliegen lassen.

klassische, aufgrund der Schnabelmarkierungen wahrscheinlich
junge, erwachsene Steppenmöwe 



K1 Steppenmöwe aus Polen
Auch bei den Möwen gibt es "Ringträger".










Es gibt einzelne Haubenlerchenreviere, in denen man ab Ende Januar dem schönen Gesang lauschen kann, inermittierend sieht man in der Feldflur Raubwürger und größere Krähenschwärme. Auch der Eisvogel macht in Gewässernähe manchmal mit seinem scharf pfeifenden Ruf auf sich aufmerksam und fliegt einem dann oft für einen Bruchteil der Zeit durchs Gesichtsfeld...