Hallo in die Runde!
Ich war schon lang´ nicht mehr am Gülper See. Nachdem das diesjährige Sommerhochwasser vorüber ist, stehen zumindest einige Wiesen im Pareyer Luch noch unter Wasser. Die Hitze der Letzten Tage ließ die meisten dieser Blänken mehr und mehr schwinden, so dass einige Schlickflächen entstanden und viele Grünflächen mit verrottender Vegetation bedeckt sind. Aufgrund der vorhergehenden und der vorherrschenden Situation liegen auch einige Säugetier- und Fischkadaver im Gebiet und die Insektenzahl ist hoch. So werden Vögel, wie z.B. Seeadler (Haliaeetus albicilla), Graureiher (Ardea cinerea), Störche und Lachmöwen (Chroicocephalus ridibundus) praktisch magisch angezogen. Am 29.07. konnte ich 52 Seeadler vor Ort zählen und ca. 80 Graureiher auf einem Haufen, neben mindestens 21 Weißstörchen (Ciconia ciconia) und rund 500 Lachmöwen. Sieht man auch nicht alle Tage! Limikolen sind oft nur im Fluge auszumachen, oder wenn sie mal rufen. So sah ich Trupps von fliegenden Kampfläufern (Philomachus pugnax) und Bekassinen (Gallinago gallinago) und hörte Bruchwasserläufer (Tringa glareola), Waldwasserläfer (Tringa ochropus), Dunkelwasserläufer (Tringa erythropus) und Rotschenkel (Tringa totanus). In der Vegetation schwer zu erheben ist die Zahl der rastenden Enten. Arten wie Schnatter-, Pfeif-, Löffel-, Krick-, Knäk-, Stock-, Reiher-, Tafel- und Schellenten kann man in jedem Fall beobachten. Auch wenn sie dicht gedrängt, wie hier auf dem Großen Graben, zu sehen sind, müssen Zahlen vorsichtige Schätzung bleiben.
Die Sichtung eines adulten Schwarzhalstauchers (Podiceps nigricollis) nebst zwei Jungvögeln lässt auf eine erfolgreiche Brut in den überstauten Wiesen schließen und auch Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) sind im Familienverband unterwegs. Der Wasserstand des Gülper Sees bietet, trotz der zurückliegenden Ereignisse, erstaunlich gute Rastbedingungen für Limikolen. Deren Zug in ihre Winterquartiere befindet sich allerdings erst in der Anfangsphase und so konnte ich am 30. und 31.07. "nur" einen adulten Alpenstrandläufer (Calidris alpina) im Prachtkleid, einen adulten Kampfläufer im Übergangskleid und 24 Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) bei der Nahrugssuche am schlickigen Spülsaum des Gülpi beobachten. Am 31.07., zu früher Stund´, erfreuten mich besonders zwei Seidenreiher (Egretta garzetta) und kurz darauf eine Schmarotzerraubmöwe (Stercorarius parasiticus), welche in unseren Breiten zwar regelmäßig, aber nicht oft gemeldet werden.
Die Schmaro konnte ich eine Weile schwimmend bei der Gefiederpflege beobachten, bevor sie abflog und Richtung SO verschwand. Ich denke, dass sie, aufgrund des auffällig breiten Brustbandes und der im Feld noch recht gut erkennbaren hellen Unterflügeldeckenzeichnung, gerade ihren zweiten Sommer erlebt, sich also im 3. Kalenderjahr befindet. Sicher hat sie sich auf ihrer Reise gen Süden bei den Lachmöwen durchschmarotzt, von denen ich am Montag eine enorme Anzahl von 21300 Tieren auf dem Gülper See feststellen konnte. Jene nutzen das Gewässer momentan als Schlafplatz und kommen abends in Trupps aus allen Himmelsrichtungen eingeflogen. Natürlich gab es auch noch um die 30 Großmöwen, ganz überwiegend immature Steppenmöwen (Larus cachinnans), einige, wahrscheinlich die meisten davon, aus Polen, Russland oder der Ukraine, wie die gelben Fußringe beweisen. Bemerkenswert ist, dass ich das 3. Jahr in Folge die mit PANT gekennzeichnete Steppenmöwe beobachten konnte. Die erste Sichtung der Möwe hab´ ich am 24.09.2011 notiert. Damals war sie 3 Jahre alt - heute trägt sie ihr adultes Kleid. Einige wenige Mittelmeermöwen (Larus michahellis) waren auch zugegen, wobei ich wiedermal an meine Grenzen geraten bin, was das Bestimmen von Vögeln im frischen Jugendkleid angeht, wenn die einfach bloß so dastehen. Der Vogel rechts im Hintergrund könnte eine JK Mittelmeermöwe sein? Wer sie sicher ansprechen kann, soll es mich unter Nutzung der Kommentarfunktion wissen lassen.
Zum Schluss noch 2 beringte, unzweifelhafte K2 Steppenmöwen. Die Fotoqualität ist zwar nicht so berauschend, die Codes sind aber zu erkennen. PLLV und PLZZ stehen da zusammen. Die 4. im Bunde war die PLEK.
Alles in Allem wieder einmal eine schöne Sache! Die Limis können kommen...
Ahoi liebe Freunde der brandenburgischen Avifauna! In meinem Blog möchte ich allen Interessierten die weite Schönheit des Havellandes mit seinen saisonal bedingten ornithologischen Höhepunkten vorstellen und gegebenenfalls auch etwas näher bringen . . . Poka - Bert . . .
Sternabert
Donnerstag, 1. August 2013
Mittwoch, 19. Juni 2013
Kleine Sensation - Buschspötter bei Potsdam...
Gestern, am 18.06., ereignete sich wieder einmal einer der Momente im Leben eines Vogel- freundes, die den Puls gewaltig in die Höhe treiben. Quakbox abgehört und die liebliche Stimme von M.L. drauf: "Buschspötter bei Gatow". Etwas später dann, gegen 18:15 Uhr, Anruf in Abwesenheit: die Nr. meines Kumpels S.K., den ich auch glücklicherweise relativ zeitnah zurückrief und welcher just in diesem Moment, nachdem er sein Foto-Equipment von Zuhause geholt hatte, wieder zum Ort des Geschehens aufbrechen wollte und mich kurzerhand mitnahm. So fuhren wir zusammen in die ehemaligen Gatower Rieselfelder, wo u.a. Braunkehlchen (Saxicola rubetra), Neuntöter (Lanius collurio), Dorngrasmücke (Sylvia communis), Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris), Goldammer (Emberiza citrinella), zwei Wachtelkönige (Crex crex) und eben auch unser eigentlich sehr viel weiter östlich vorkommender Spötter anzutreffen waren. Der Gesang des Buschspötters (iduna caligata) ist recht auffällig und sticht sogleich aus dem gewohnten, einheimischen Vogelkonzert in einem solchen Habitat heraus. Unser Kamerad setzte sich desöfteren mehr oder minder frei in einen trockenen Holunderbusch, sang, lieferte sich kleine Scharmützel mit den ortsansässigen Braunkehlen und verschwand zuweilen in der Vegetation am Boden. Leider war der Sonnenstand etwas hinderlich, so dass mir nur mäßige Belegaufnahmen gelangen, die ich hier u.a. in einer kleinen beschrifteten Montage zum Besten geben möchte.
Auf dem ersten Bild ist unser Zweigsänger leider überwiegend verdeckt. In der Montage sind einige artspezifische Merkmale einigermaßen abgebildet und gekennzeichnet. Der Schnabel zeigte im Feld, je nach Haltung und Lichteinfall, einen dunklen First und die typische dunkle Spitze. Zu guter Letzt noch ein Link zum Gesang des Vogels und erheblich brillanteren Fotos. Soweit mir bekannt ist, ist das die erste Beobachtung dieser Art für Brandenburg, auch in ganz Deutschland kann man dokumentierte Nachweise, über die Jahre, an einer Hand abzählen. Somit wird der Buschspötter hierzulande als "Ausnahmeerscheinung" eingestuft. Und das Ganze Mitte Juni, direkt vor der Haustür! Ein Hahn in höchster Balzstimmung! - Sachen gibt´s...
Zürnt, Freunde nicht, wenn Spötter euch verlachen,
erwidert lächelnd ihren Spott, und wisst:
Der Spötter Witz kann nichts verächtlich machen,
was wirklich nicht verächtlich ist. Friedrich von Bodenstedt
Allerbestens - der Sternabert...
Zürnt, Freunde nicht, wenn Spötter euch verlachen,
erwidert lächelnd ihren Spott, und wisst:
Der Spötter Witz kann nichts verächtlich machen,
was wirklich nicht verächtlich ist. Friedrich von Bodenstedt
Allerbestens - der Sternabert...
Mittwoch, 12. Juni 2013
Schottland im Juni...
Liebe Leute, am 1. Juni machten sich vier Jungs aus der Potsdamer Fachgruppe und meine Wenigkeit auf, um den Norden von Great Britain aus avifaunistischer Sicht zu erkunden. Wir landeten am frühen Abend in Edinburgh, holten unsere "Mystery machine" ab und erreichten als erstes Etappenziel und gleichzeitiges Nachtlager Loch of Lowes, wo wir u. a. unsere ersten Rothühner (Alectoris rufa) einen revieranzeigenden Flußuferläufer (Actitis hypoleucos), einen tremolierenden Waldkauz (Strix aluco) und die in Schottland allgegenwärtigen Austernfischer (Haematopus ostralegus), Fitis (Phylloscopus trochilus), Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) und Rotkehlchen (Erithacus rubecula) feststellen konnten.
Morgens noch Eis auf dem Zelt, aber ansonsten Bombenwetter an allen Tagen. Nach dem ersten Kaffee weiter in die Highlands Richtung Braemar und dann zum Loch Muik. Auf dem Weg Rotschenkel (Tringa totanus) , Großer Brachvogel (Numenius arquata) und Kiebitze (Vanellus vanellus) mit schon ziemlich reifen Pulli. Auch unsere ersten und erstaunlicherweise auch letzten 2 Steinadler. Ein Totfund am Spülsaum von Loch Muik bot uns die Chance, ein weibliches, schottisches Birkhuhn (Lyrurus tetrix) mal etwas näher zu betrachten, lebendige sind uns später selbstverständlich auch noch begegnet.
Denn dort in der Nähe fanden wir unweit von unserem Lager in einem wunderschönen Glen gelegen, eine Birkhahn-Balz-Arena mit 20 Protagonisten. Ein adulter Merlinterzel (Falco columbarius) strich an uns vorüber. Später ließen sich in Zeltnähe auch noch 5 weitere Birkhähne nieder, um uns in den Schlaf zu kollern. Die Tage sind lang in Schottland und z.T. auch recht anstrengend.
Am Morgen Katzenwäsche im Hügelbach und weiter zu den Orkney Inseln, nicht ohne auf dem Weg Schottisches Moorschneehuhn (Lagopus lagopus scotica), Ohrentaucher (Podiceps auritus), den im Havelland fast allgegenwärtigen, in Schottland aber nur mit ca. 200 Paaren vertretenen Fischadler (Pandion haliaetus) und Loch Ness gesehen zu haben. Überall steht nach Aprikose und Mandel duftender, dottergelber Ginster und direkt am Ufer des Lochs ein Horst voller junger Mäusebussarde (Buteo buteo).
Die letzte Fähre zu den Inseln war dummerweise schon ausgebucht und ohnehin haben die Fährleute schottische Preise erhoben. Während der Verhandlungen im Hafen überflogen uns die ersten Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla) und Krähenscharben (Phalacrocorax aristotelis). Also kurzerhand weiter nach Castletown um von dort aus auf die vorgelagerte Halbinsel zu gelangen und schön Eissturmvögel (Fulmarus glacialis), Trottellummen (Uria aalge), Tordalken (Alca torda), Papageitaucher (Fratercula arctica) und Gryllteiste (Cepphus grylle) zu beobachten und würzige Atlantik-Luft zu atmen. Birkenzeisig (Carduelis flammea), Berghänfling (Carduelis flavirostris) und Strandpieper (Anthus petrosus) vertraten die Gruppe der Singvögel. Letztere bauen ein ähnlich auffälliges, wenn auch trotzdem gut verstecktes Nest wie der Wiesenpieper (Anthus pratensis). Blaue Stunde.
Dienstag in der Frühe bezauberte uns dieser prächtige Sterntaucher (Gavia stellata) bei absoluter Windstille ein paar 100 Meter entfernt von der Steilküste. Das moorige Wasser des Sees nebenan erfrischte uns für den Tag und auch unsere ersten sicheren Schmarotzerraubmöwen (Stercorarius parasiticus) konnten wir bei diesem herrlichen Wetter dingfest machen. Auf zur nächsten Vogelinsel namens Handa, auf dem Weg dorthin ein obligates Vollbad im kalten Atlantik und ein Marsch am Strand entlang, durch Wanderdünen zum Plateau mit brütenden Eissturmvögeln, Dreizehenmöwen, vorbeiziehenden Basstölpeln (Morus bassanus), Berghänflingen u.s.w. An anderer Stelle auch wieder Birkenzeisig und Strandpieper.
Abends im hochmoorigen Hügelland bei Scourie Bay angekommen. Auf den vielen kleinen Moortümpeln konnten wir leider kein erhofftes Odinshünchen finden. In der Dämmerung balzte aber schön ein Flußuferläufer und auch das Schottische Moorschneehuhn ließ seine charakteristische Rufreihe erklingen. Nachts schlichen sogar ein paar dieser adretten Raufußhühner um unser Zelt, so dass man die knapsenden Fressgeräusche hören konnte, so nah waren die! Unser Boot sollte um 9.°° Uhr gehen, leider hatten wir erneut kein Glück, denn der Motor des Kahns hatte für unbestimmte Zeit den Geist aufgegeben. Einige engl. Ornis warteten wohl schon 3 Tage in der zugegebenermaßen beschaulichen Bucht. Also nochmal von Nord-West in die Highlands mit erfolgloser Suche Nach dem Auerhuhn (Tetrao urogallus) im Glenmore Forest. Meine Sekundenbeobachtung eines großen schwarzen, im Blaubeergestrüpp landenden Vogels in einer ungünstigen Minute, konnte man nicht zählen. Wer kann sich als erster den engl. Namen "Capercaillie" merken und das dann auch noch korrekt aussprechen? Auch der Kreuzschnabel musste unbestimmt bleiben. Über unserem nächtlichen Camp kreuzte eine balzfliegende Waldschnepfe. Tags darauf ging es auf die Hochplateaus des Ben Macdui. U. D. entdeckte den Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus), als erster. "Da fliegt er!" "Wo?" "Na da vor dem Berg!" "Achso!" "Jetzt isser hinter der Kuppe verschwunden." "Welche Kuppe?" Nun ja, mit etwas Glück und Geduld konnte ich dann noch einen brütenden Mornell in der weiten, steinigen, kurzrasigen Fläche entdecken. Im Vorfeld kamen noch Alpenschneehuhn, Schneeammer und Ringdrossel auf unsere Liste.
Mein persönliches Highlight war der Mornell, nicht zuletzt, weil die sich, wenn ersteinmal entdeckt, beim Brutgeschäft bestens beobachten lassen. Bei Mornellregenpfeifern sind die Geschlechterrollen, bezüglich der Brutbiologie, vertaucht. Das Weibchen legt zwar die Eier, und brütet am Anfang und am Ende der Saison gegebenenfalls zuweilen mit. Das Männchen übernimmt jedoch den ganz überwiegenden Teil der Brut- und Jungenpflege. Die zwei Gipfelstürmer der Gruppe mussten leider ohne eine Mornellsichtung die Heimreise antreten.
Eine Seevogelinsel sollte es dann aber doch noch mal sein und so hatten wir am Vortag schon beschlossen, am Freitag, in Nord-Ost-England, die Farn Islands zu besuchen. Die vorletzte Nacht verbrachten wir allein, zusammen mit ein paar Schafen, auf einem echten engl. Zeltplatz. Leider waren genau jetzt die Energiekapazitäten meiner Kamera erloschen und das Lademodul im Auto funktionierte nicht. Daher werde ich in nächster Zeit Bilder von meinen Kameraden nachreichen, die ihre Accus erst auf den Inseln endladen haben und mir sicher ein paar schöne Bilder zur Verfügung stellen werden. Alles unglaublich geringe Distanzen und wunderschöne Tiere. Nur stinken tun sie etwas. Auf der Seeschwalbeninsel konnte ich zwischen mehreren hundert Küsten- und Flussseeschwalben auch eine Rosenseeschwalbe (Sterna dougallii) entdecken, welche von der anbei stehenden Insel-Rangerin bestätigt wurde. Sie hatte am selben Morgen zwei Individuen dieser seltenen Art an gleicher Stelle beobachtet. Die hätte ich zu gerne fotografisch verhaftet - so kann´s gehen.
14.06.: Uwe hat mir ein paar seiner Bilder für den Blog zur Verfügung gestellt. Fangen wir doch gleich mit den Seeschwalben aus Northumberland an. Hier überwiegend Küstenseeschwalben (Sterna paradisaea) und einzelne Flussseeeschwalben (Sterna hirundo). Die Rosenseeschwalbe ist nicht dabei. Auch Brandseeschwalben (Sterna sandvicensis) brüten zentral auf einigen der kleinen Inseln.
Trottellummen, Tordalke, Papageitaucher, Eiderenten, Eissturmvögel, Dreizehenmöwen, Heringsmöwen (Larus fuscus graellsii), Silbermöwen (Larus argentatus argenteus), Krähenscharben und Wiesenpieper schreiten ebenfalls zur Brut und geben sich nebenher z.T. noch als relativ gelassene Fotomodelle.
Auf dem letzten Bild die Hauptinsel der Farn Islands vom Boot aus und zum Abschluss des ganzen Berichts noch ein Porträt vom possierlichen Clown Puffin...
Cheerio!
Morgens noch Eis auf dem Zelt, aber ansonsten Bombenwetter an allen Tagen. Nach dem ersten Kaffee weiter in die Highlands Richtung Braemar und dann zum Loch Muik. Auf dem Weg Rotschenkel (Tringa totanus) , Großer Brachvogel (Numenius arquata) und Kiebitze (Vanellus vanellus) mit schon ziemlich reifen Pulli. Auch unsere ersten und erstaunlicherweise auch letzten 2 Steinadler. Ein Totfund am Spülsaum von Loch Muik bot uns die Chance, ein weibliches, schottisches Birkhuhn (Lyrurus tetrix) mal etwas näher zu betrachten, lebendige sind uns später selbstverständlich auch noch begegnet.
Denn dort in der Nähe fanden wir unweit von unserem Lager in einem wunderschönen Glen gelegen, eine Birkhahn-Balz-Arena mit 20 Protagonisten. Ein adulter Merlinterzel (Falco columbarius) strich an uns vorüber. Später ließen sich in Zeltnähe auch noch 5 weitere Birkhähne nieder, um uns in den Schlaf zu kollern. Die Tage sind lang in Schottland und z.T. auch recht anstrengend.
Am Morgen Katzenwäsche im Hügelbach und weiter zu den Orkney Inseln, nicht ohne auf dem Weg Schottisches Moorschneehuhn (Lagopus lagopus scotica), Ohrentaucher (Podiceps auritus), den im Havelland fast allgegenwärtigen, in Schottland aber nur mit ca. 200 Paaren vertretenen Fischadler (Pandion haliaetus) und Loch Ness gesehen zu haben. Überall steht nach Aprikose und Mandel duftender, dottergelber Ginster und direkt am Ufer des Lochs ein Horst voller junger Mäusebussarde (Buteo buteo).
Die letzte Fähre zu den Inseln war dummerweise schon ausgebucht und ohnehin haben die Fährleute schottische Preise erhoben. Während der Verhandlungen im Hafen überflogen uns die ersten Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla) und Krähenscharben (Phalacrocorax aristotelis). Also kurzerhand weiter nach Castletown um von dort aus auf die vorgelagerte Halbinsel zu gelangen und schön Eissturmvögel (Fulmarus glacialis), Trottellummen (Uria aalge), Tordalken (Alca torda), Papageitaucher (Fratercula arctica) und Gryllteiste (Cepphus grylle) zu beobachten und würzige Atlantik-Luft zu atmen. Birkenzeisig (Carduelis flammea), Berghänfling (Carduelis flavirostris) und Strandpieper (Anthus petrosus) vertraten die Gruppe der Singvögel. Letztere bauen ein ähnlich auffälliges, wenn auch trotzdem gut verstecktes Nest wie der Wiesenpieper (Anthus pratensis). Blaue Stunde.
Mein persönliches Highlight war der Mornell, nicht zuletzt, weil die sich, wenn ersteinmal entdeckt, beim Brutgeschäft bestens beobachten lassen. Bei Mornellregenpfeifern sind die Geschlechterrollen, bezüglich der Brutbiologie, vertaucht. Das Weibchen legt zwar die Eier, und brütet am Anfang und am Ende der Saison gegebenenfalls zuweilen mit. Das Männchen übernimmt jedoch den ganz überwiegenden Teil der Brut- und Jungenpflege. Die zwei Gipfelstürmer der Gruppe mussten leider ohne eine Mornellsichtung die Heimreise antreten.
Eine Seevogelinsel sollte es dann aber doch noch mal sein und so hatten wir am Vortag schon beschlossen, am Freitag, in Nord-Ost-England, die Farn Islands zu besuchen. Die vorletzte Nacht verbrachten wir allein, zusammen mit ein paar Schafen, auf einem echten engl. Zeltplatz. Leider waren genau jetzt die Energiekapazitäten meiner Kamera erloschen und das Lademodul im Auto funktionierte nicht. Daher werde ich in nächster Zeit Bilder von meinen Kameraden nachreichen, die ihre Accus erst auf den Inseln endladen haben und mir sicher ein paar schöne Bilder zur Verfügung stellen werden. Alles unglaublich geringe Distanzen und wunderschöne Tiere. Nur stinken tun sie etwas. Auf der Seeschwalbeninsel konnte ich zwischen mehreren hundert Küsten- und Flussseeschwalben auch eine Rosenseeschwalbe (Sterna dougallii) entdecken, welche von der anbei stehenden Insel-Rangerin bestätigt wurde. Sie hatte am selben Morgen zwei Individuen dieser seltenen Art an gleicher Stelle beobachtet. Die hätte ich zu gerne fotografisch verhaftet - so kann´s gehen.
14.06.: Uwe hat mir ein paar seiner Bilder für den Blog zur Verfügung gestellt. Fangen wir doch gleich mit den Seeschwalben aus Northumberland an. Hier überwiegend Küstenseeschwalben (Sterna paradisaea) und einzelne Flussseeeschwalben (Sterna hirundo). Die Rosenseeschwalbe ist nicht dabei. Auch Brandseeschwalben (Sterna sandvicensis) brüten zentral auf einigen der kleinen Inseln.
Trottellummen, Tordalke, Papageitaucher, Eiderenten, Eissturmvögel, Dreizehenmöwen, Heringsmöwen (Larus fuscus graellsii), Silbermöwen (Larus argentatus argenteus), Krähenscharben und Wiesenpieper schreiten ebenfalls zur Brut und geben sich nebenher z.T. noch als relativ gelassene Fotomodelle.
Auf dem letzten Bild die Hauptinsel der Farn Islands vom Boot aus und zum Abschluss des ganzen Berichts noch ein Porträt vom possierlichen Clown Puffin...
Cheerio!
Montag, 6. Mai 2013
Birdrace 2013...
Hallo Freunde!
Hier nun in aller Kürze der angekündigte Bericht vom 2013er Birdrace.
Wie ihr seht, sind wir in den letzten Jahren nicht gealtert.
In Wirklichkeit hatte zumindest ich in der Nacht zuvor zu tun, überhaupt eine Zwergenmütze voll Schlaf zu kriegen und so ging es gegen 4:30 Uhr dann, entsprechend zurechtgemacht und gefühlt mindestens 85-jährig, endlich los. Wir hatten trotzdem alle gute Laune und das Wetter spielte in diesem Jahr auch fantastisch mit. Am Ende des Tages waren wir nach 144 Arten alle schwer k.o. und belegten in der bundesweiten Gesamtwertung , ein paar Stellen nach den Cracks vom Team "Havelland", unserer direkten Konkurrenz, (nur) den 9. Platz, den wir uns dann auch noch mit den Erzrivalen, den "Pornithos" aus der Potsdamer FG-Ornithologie, teilen müssen, die allerdings in der Uckermark unterwegs waren und ansonsten eigentlich auch ganz nette Jungs sind ; ) . Nun ja, wir werden es überstehen. Um den Text nicht ins Unermessliche zu verlängern, wollte ich heute nur einmal die Arten aufführen, die uns bei korrekter Spielweise (d.h. mindestens 3 "Running Men" in unserer 4er-Gruppe müssen den Vogel gesehen oder gehört, zumindest sicher bestimmt haben), durch die Lappen gingen. Dies waren namentlich Waldwasserläufer, Waldbaumläufer, Wintergoldhähnchen und Temminckstrandläufer. Letzterer verschwand in den Pareyer Wiesen immer wieder hinter Grasbüscheln und flog nach recht kurzer Beobachtungsdauer schließlich bei Störung ab und ward nicht mehr wiedergefunden. Dass wir keine Bartmeisen hatten, war unsere eigene Selberschuld, da wir es vorzogen, beim Frühstück in Ruhe und im Sitzen der Beutelmeise zu lauschen und nicht mehr durch die angrenzenden, von Bartmeisen bewohnten, Schilffelder zu streifen - "die kriegen wa heut´ Abend noch" - Pustekuchen. Eisvogel, Gelbspötter, Raubwürger, Heckenbraunelle, Rebhuhn, Weidenmeise, Wendehals (Jynx torquilla) und Co. waren auch fest eingeplant, machten uns aber ihrer selbst einen Strich durch die Rechnung, indem sie sich weder zeigten, noch irgendwelche Laute von sich gaben.
Dafür überraschte uns ein Wespenbussard, der im lichten Wald unseren Weg kreuzte, sich kurz auf einer Kiefer niederließ und später nochmal für alle rief und in schöner Beo-Distanz über unseren Köpfen kreiste. Alle anderen Sichtungen sind auf der DDA-Liste minutiös aufgelistet nachzulesen. Schöne, spannende und lustige Sache, das mit dem Birdrace. Sicher gehen wir 2014 wieder an den Start. Dann u.U. mit aktuellem Team-Foto...
Allerbestens - Bert...
Hier nun in aller Kürze der angekündigte Bericht vom 2013er Birdrace.
Wie ihr seht, sind wir in den letzten Jahren nicht gealtert.
Dafür überraschte uns ein Wespenbussard, der im lichten Wald unseren Weg kreuzte, sich kurz auf einer Kiefer niederließ und später nochmal für alle rief und in schöner Beo-Distanz über unseren Köpfen kreiste. Alle anderen Sichtungen sind auf der DDA-Liste minutiös aufgelistet nachzulesen. Schöne, spannende und lustige Sache, das mit dem Birdrace. Sicher gehen wir 2014 wieder an den Start. Dann u.U. mit aktuellem Team-Foto...
Allerbestens - Bert...
Donnerstag, 2. Mai 2013
Bubo bubo im Havelland...
Hallo liebe Leute,
wie aus der Überschrift zu entnehmen ist, soll es heute, aus gegebenem Anlass, in erster Linie um den Uhu (Bubo bubo) gehen. Diese große Eule ist, nicht nur in Brandenburg, sehr selten und daher werde ich die präzisen Beobachtungsorte an dieser Stelle für mich behalten. Ja, es gibt tatsächlich zwei Gebiete im Havelland, in denen die tiefen, vollklingenden "BU-ho" Rufe derzeit zu hören sind. Ich bin mir keineswegs sicher, aber die hohe Rufintensität in der letzten Aprildekade, lässt wohl leider nur auf unverpaarte Männchen schließen. Eins der Tiere bereitete mir vor einer Woche eine besondere Freude, indem es sich in der Dämmerung unvermittelt, direkt in nächster Nähe, in einen Baum setzte und ca. zehn Minuten lang den, auf geringe Distanz gehört, erstaunlich leisen, Balzgesang vortrug.
Ich hatte es mir zuvor in einer Weide bequem gemacht und seinen fernen Rufen schon eine Weile gelauscht, als der nächtliche Jäger plötzlich lautlos von hinten angeflogen kam und sich, leider mit dem Rücken zu mir, auf seiner Warte niederließ. So ein unglaubliches Glück hat man nur einmal im Leben! Später strich er ab, um von anderer Stelle bis in die Dunkelheit hinein weiter zu rufen. So konnte ich mich scheinbar unbemerkt aus seinem Revier heraus pirschen. Erst in mondheller Nacht war sein "UU-hu" nur noch sporadisch zu hören.
Einige Tage später rief er noch in ähnlicher Intensität im bekannten Gelände. Den zweiten havelländischen Uhu hörte ich zusammen mit S. K. in der Walpurgisnacht kurz vor Null Uhr aus einiger Entfernung. Dieser Geselle meldete sich erst in absoluter Dunkelheit und rief ungefähr eine Dreiviertelstunde. Seit Anfang der 90er Jahre werden in Brandenburg wohl wieder häufiger revieranzeigende Uhus bemerkt. Brutnachweise kann man aber an einer Hand abzählen. Ich bin gleichermaßen überrascht, wie begeistert und wünsche den Jungs, dass sie irgendwo versteckt vielleicht doch ihr brütendes Weibchen sitzen haben. Im Pareyer Luch hält sich seit einigen Tagen ein Paar von Stelzenläufern (Himantopus himantopus) auf.
Schön und in der Havelniederung mittlerweile selten zu beobachten ist die Uferschnepfenbalz mit Kopula. Diese wirklich adretten Watvögel sind sehr stimmfreudig und so ist es nicht schwierig, das mal schleppend und mal schnell gereiht hervorgebrachte "Witte Witte Witte" aus den anderen Enten- und Limikolenrufen heraus zu hören. Als Eselsbrücke kann man diesen Balzruf mit dem engl. Namen der Schnepfe in Verbindung bringen: Black-tailed GodWIT (Limosa limosa).
Tüpfelsumpfhühner (Porzana porzana) und Kleinrallen (Porzana parva) rufen und auch die Ortolane (Emberiza hortulana) sind in ihren hiesigen Home ranges angekommen
Am Wochenende ist Birdrace - Vogelrennen! Nein, es rennen nicht die Vögel, sondern in unserem Fall 4 Auspices, die Nachtschwalben aus Potsdam, die versucht sein werden, eine hohe Vogelartenzahl zu ermitteln und somit in den oberen Rängen der bundesweiten Gesamtauswertung mit zu rangieren. Drückt uns die Daumen! Ergebnisbericht folgt.
Horrido - Bert...
wie aus der Überschrift zu entnehmen ist, soll es heute, aus gegebenem Anlass, in erster Linie um den Uhu (Bubo bubo) gehen. Diese große Eule ist, nicht nur in Brandenburg, sehr selten und daher werde ich die präzisen Beobachtungsorte an dieser Stelle für mich behalten. Ja, es gibt tatsächlich zwei Gebiete im Havelland, in denen die tiefen, vollklingenden "BU-ho" Rufe derzeit zu hören sind. Ich bin mir keineswegs sicher, aber die hohe Rufintensität in der letzten Aprildekade, lässt wohl leider nur auf unverpaarte Männchen schließen. Eins der Tiere bereitete mir vor einer Woche eine besondere Freude, indem es sich in der Dämmerung unvermittelt, direkt in nächster Nähe, in einen Baum setzte und ca. zehn Minuten lang den, auf geringe Distanz gehört, erstaunlich leisen, Balzgesang vortrug.
Einige Tage später rief er noch in ähnlicher Intensität im bekannten Gelände. Den zweiten havelländischen Uhu hörte ich zusammen mit S. K. in der Walpurgisnacht kurz vor Null Uhr aus einiger Entfernung. Dieser Geselle meldete sich erst in absoluter Dunkelheit und rief ungefähr eine Dreiviertelstunde. Seit Anfang der 90er Jahre werden in Brandenburg wohl wieder häufiger revieranzeigende Uhus bemerkt. Brutnachweise kann man aber an einer Hand abzählen. Ich bin gleichermaßen überrascht, wie begeistert und wünsche den Jungs, dass sie irgendwo versteckt vielleicht doch ihr brütendes Weibchen sitzen haben. Im Pareyer Luch hält sich seit einigen Tagen ein Paar von Stelzenläufern (Himantopus himantopus) auf.
Schön und in der Havelniederung mittlerweile selten zu beobachten ist die Uferschnepfenbalz mit Kopula. Diese wirklich adretten Watvögel sind sehr stimmfreudig und so ist es nicht schwierig, das mal schleppend und mal schnell gereiht hervorgebrachte "Witte Witte Witte" aus den anderen Enten- und Limikolenrufen heraus zu hören. Als Eselsbrücke kann man diesen Balzruf mit dem engl. Namen der Schnepfe in Verbindung bringen: Black-tailed GodWIT (Limosa limosa).
Tüpfelsumpfhühner (Porzana porzana) und Kleinrallen (Porzana parva) rufen und auch die Ortolane (Emberiza hortulana) sind in ihren hiesigen Home ranges angekommen
Am Wochenende ist Birdrace - Vogelrennen! Nein, es rennen nicht die Vögel, sondern in unserem Fall 4 Auspices, die Nachtschwalben aus Potsdam, die versucht sein werden, eine hohe Vogelartenzahl zu ermitteln und somit in den oberen Rängen der bundesweiten Gesamtauswertung mit zu rangieren. Drückt uns die Daumen! Ergebnisbericht folgt.
Horrido - Bert...
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