Sternabert

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Montag, 21. Januar 2013

Kompostieranlage - Möwenmagnet...

Hallo!

Neben meinen in diesem jungen Jahr leider spärlich gesäten Gänsetouren durch´s Havelland lohnt sich zur Abwechslung auch mal ein Abstecher zur Kompostieranlage bei Schmergow. Wenn per Radlader die Haufen umgeschichtet werden, findet sich hier und da garantiert ein fetter Brocken für die zahlreich anwesenden Großmöwen. Am 18.01. trafen sich vor Ort um die 200 Laridae zum großen Fressen.


Hier wäre z.B. ein Trupp Silbermöwen verschiedenen Alters. Der K2 Vogel im Vordergrund/Bildmitte hat aus meiner Sicht möglicherweise einige Steppenmöwengene im Blut, wirkt er doch ziemlich langbeinig, langhalsig und langschnäbelig, mit sehr hellem Kopfgefieder und dunkler, durch die Zeichnung der Großen Armdecken hervorgerufener, Binde im Flügel. Nordöstliche Silbermöwen (Larus argentatus argentatus) können in ihrem Erscheinungsbild jedoch auch so daherkommen und somit bleibt meine Vermutung nur vage und eine ID ist hier keineswegs sicher. Zum Vergleich 2 gleichaltrige argentatus Kandidaten, die in der Mauser noch etwas hinter unserem Vogel zurück zu liegen scheinen. Ich finde - imposante Tiere.

Es waren tatsächlich ganz überwiegend Silbermöwen auf der Anlage. Ich konnte nur 5 Steppenmöwen sicher bestimmen und auch 2 adulte und 2 K2 Mantelmöwen sowie 1 K2 Mittelmeermöwe waren zugegen.
Einen schönen Kontrast zu den überwiegend weißen Vögeln boten die ebenfalls zahlreich umherfliegenden Saatkrähen (Corvus frugilegus), Dohlen (Corvus monedula) und Kolkraben (Corvus corax). Das letzte Bild zeigt eine K2 Steppenmöwe links und 2 Silbermöwen. Im Vordergrund eine Saatkrähe.
Kalt war´s aber schön!

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Grüße zum Jahreswechsel...

Fahr wohl, du altes Jahr mit Freud und Leiden!
Der Himmel schenkt ein neues, wenn er will. 
                                                     Annette von Droste-Hülshoff 


Allen Leserinnen und Lesern meiner Zeilen wünsche ich einen guten Rusch und ein erfülltes neues Jahr 2013!
Prost - Bert... 

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Gänse in der Havelniederung bei Ketzin

Приветик liebe Leute!

Vor den ersten Ausläufern der russischen Kälte formieren sich die Bless- und Tundrasaatgänse zum Aufbruch gen Westen. Gestern Nachmittag bot sich daher eine atmosphärische Szenerie auf den Feldern und Wiesen direkt an der Havel. Mehr als 11000  Graue Feldgänse gaben sich ein Stelldichein...

Die Gänse hielten sich ausschließlich auf Grünland und abgeernteten Maisäcken auf, auf Winterraps und Getreide fraßen nur versprengte Trupps. Die fulminante Geräuschkulisse wurde noch von Kranichrufen ergänzt, welche von einer noch recht großen Schar von ca. 420 Tieren stammten...
Leider waren die Vögel recht unruhig und wurden desöfteren von entfernt erklingenden Schüssen aufgescheucht. Daher blieb mir bei schwindendem Licht nicht viel Zeit, die Massen genauer durch zu scannen. Somit konnte ich mittenmang nur 2 Weißwangengänse (Branta leucopsis) , eine Kurzschnabelgans (Anser brachyrhynchus) und eine leuzistische Blässgans entdecken.
Da sieht man es mal an einem Positivbeispiel: brechen die Bauern die Krume nicht umgehend nach der Ernte um, so bieten sich hervorragende Nahrungsflächen für unsere gefiederten Freunde aus Nordost. Gleichzeitig sind Ausgleichflächen entstanden, dass sie einzelnen Landwirten (gefühlt) nicht die Haare vom Kopf, oder besser die Saat vom Acker, fressen. Wilde Gänse und Landwirtschaft

Wer sich versuchen möchte, der finde die Kurzschnabelgans...
Einen schönen Winter wünsch´ ich ...



Dienstag, 20. November 2012

In den Wolken...

... etwas abgewandelt hat das glaub´ ich Reinhard Mey mal gesungen. Nun, ich war heute bei schwerem Nebel draußen und hab´ nach den Gänsen in HVL und PM geschaut. Es sind einige im Gebiet (ca. 6000 - 8000), die erfassten Zahlen sind allerdings im unteren Bereich einzuordnen, da in dieser zähen, wabernden Masse nur teilweise alle Vögel zu entdecken waren. Dennoch was für die Seele und irgendwie auch spannend.

Zuerst blitzt in einem Trupp Tundrasaatgänse (A.f.rossicus) eine breite weiße Schwanzendbinde auf. Die locker liegenden, langen, weiß gerahmten Schirmfedern sind auch zu sehen und lassen einen neblig, silbrigen Schimmer erkennen. Als nächstes zeigt uns die Gans ihre typische, gedrungen wirkende Statur mit kurzem Hals, sowie kleinem Kopf und Schnabel. Das Rückengefieder ist recht hell.
Dann nimmt sie eine aufmerksame Haltung an - auch hier wieder typisch und gut srukturell von den rects stehenden Tundrasaatgänsen zu unterscheiden, mit breiter weißer Schwanzendbinde und dunkler hinterer Flanke. Nun noch eine Rufreihe und die Sache ist trotz nebulöser Verhältnisse sicher.


Eine Kurzschnabelgans (Anser brachyrhynchus). Schaut man sich die großflächigen, eckig gerandeten Rückendecken an, kann man sie sogar unter diesen Bedingungen als Alvogel bestimmen.


Es stehen fast artreine Trupps normaler Tundrasaatgänse im Nebel, zwischen denen man beim besten Willen keine "Besonderheit" herauspicken kann, Blessgänse sind in der Regel auch mit von der Partie.
im Fall von A. albifrons hier rechts im Bild eine adulte und eine diesjährige, wie man am Fehlen der Blesse und den rund gerandeten Rückendecken unschwer erkennen kann.


Mit etwas Glück und zur richtigen Zeit taucht aus dem Nichts sogar noch einer meiner Lieblingsvögel, wenn man das so sagen kann, auf.
Ich meine weder die adulte Weißwangengans (branta leucopsis), welche auch ganz hübsch ist, noch die Graugans (Anser anser) in der Bildmitte.
Im Vordergrund schleicht sich eine adulte Waldsaatgans (A.f.fabalis)
durch die Szene. Auf dem rechten bearbeiteten Bild ist ggf. ein dazugehöriger Jungvogel zu sehen, welcher mir im Feld gar nicht aufgefallen ist. Körperstatur und Profil würden passen. Auf dem letzten Foto nochmal der Altvogel, als sich der Nebel etwas verzogen hatte.
Aufgrund der Größe und des Gesamteindrucks möglicherweise ein Männchen.

Nach seinen phänotypischen Merkmalen würde ich den nächsten Vogel als sicheren Kandidaten für einen Hybriden A.f.rossicus x A.albifrons 
ansehen. Unter Berücksichtigung der Form der Rücken- und Flankenfedern, der Bauchfleckung und der angedeuteten Blesse zumindest kein diesjähriger Vogel. Der Schnabel ist zweifarbig fleischfarben/ orange und zeigt dunkle Markierungen, speziell am Unterschabel und einen schwarzen ovalen Nagel. Das sind sowohl bless-, als auch saatgansrelevante Bestimmungsmerkmale, welche hier, nach meiner Ansicht, klar für Mix sprechen. Mit diesem Thema hab´ ich mich hier in einem älteren Post schon einmal auseinander gesetzt.

Schöne Grüße - Bert...

Donnerstag, 15. November 2012

Heller Goldregenpfeifer

Hallo Leute!

Anfang November brach ich mit W.P. in die Uckermark auf, um auch einmal das nordöstliche Brandenburg abzuleuchten. Am Grimnitzsee sahen wir unseren ersten immaturen Prachttaucher der Saison und einige Tauch- und Schwimmentenarten. Im Pulk der Enten fiel uns neben 2 wf. Bergenten ein Vogel besonders ins Auge. Er schwamm separat und entfernte sich nach und nach von den anderen. 
Durch seine Haltung und Färbung, speziell am Kopf und im hinteren Flankenbereich, sorgte er anfänglich kurz für etwas Verwirrung, bei genauerem Hinsehen erkennt man allerdings schnell einige Details wie z.B. Spiegel- und Schnabelfärbung, die eine Bestimmung als Spießerpel in der Mauser zulassen. Männliche Spießenten im Prachtkleid sind filigrane und sehr hübsche Vögel. Auch unser "Aschenputtel" wird im nächsten Frühjahr durch sein Äußeres bestechen.
An den Angermünder Fischteichen konnten wir mit 2 Alpenstandläufern, 2 Dunkelwasserläufern, 1 Kampfläufer, 1 Waldwasserläfer und 1 Kiebitzregenpfeifer noch einige Limikolenarten beobachten. An gleicher Stelle rasteten ca. 1200 Goldregenpfeifer, von denen 1 Ind. durch seine sehr helle Grundfärbung auf sich aufmerksam machte. Mit etwas Glück kann sich in Ansamlungen von europäischen Goldis (Pluvialis apricaria) auch mal ein Tundra/Pazifischer -(P. fulva) oder Prärie/Amerikanischer Goldregenpfeifer (P. dominica) aufhalten. Also erstmal Adrenalin! Dann Feststellung der artkennzeichnenden Merkmale.
Da wir es mit einem JK Vogel zu tun hatten, käme aufgrund der grauen Färbung ohne gelbliche Nuancen am ehesten der Ami Goldi infrage. Diese sind etwas zierlicher und langbeiniger als apricaria und wirken durch ihre lange Flügelprojektion nach hinten hin schlanker und langgestreckter. Unser Vogel zeigte eine recht stattliche Handschwingenprojektion, die aber sowohl im oberen Rahmen für normalen Goldi, als auch im unteren Rahmen für Ami Goldi, bei welchem die Flügelspitzen jedoch normalerweise noch vergleichsweise weit über das Schwanzende überstehen, liegt - fulva fällt, u.a. auch wegen diesem Merkmal, aus der Wertung, da dessen ziemlich kurz geratene Handschwingen i.d.R. größtenteils von den Schirmfedern verdeckt werden. Zuweilen wirkte unser Vogel etwas zierlicher als die umherstehenden Goldis und legte denen gegenüber auch agonistische Verhaltensweisen an den Tag. Auf den Fotos ist er strukturell aber nicht von den anderen zu unterscheiden.
Die Beinlänge war im Feld aufgrund der Bodenwellen, des Lichts und der Entfernung recht schwer einzuschätzen. Die Schnabelstruktur hingegen unterschied sich nicht signifikant, so haben Amis meist eine etwas sperrigere Schnabelspitze. Kopfplatten- und Nackenfärbung erschienen intermediär, nur der weiße Überaugenstreif, als Merkmal pro Ami, ist nicht wirklich prominent. So, nun waren wir immer noch nicht viel weiter, aber irgendwie happy. Zuhause angekommen verglichen wir den Kandidaten bei einem Freuden-Bierchen nochmal mit Vögeln im Netz. W.P. hatte noch eine Videosequenz gedreht, in der der Trupp kurz auffliegt. Diese haben wir anhand von Standbildern analysiert, auf denen man die Unterflügelfärbung unseres Freundes einwandfrei erkennen konnte. Noch ein Bier - die war nämlich reinweiß und nicht im Ansatz grau, wie es sich für einen ordentlichen Ami gehören würde.
Schade eigentlich - nun ja, zumindest ein Beleg für einen aberrant gefärbten Pluvialis apricaria.
Nebenher erfreuten uns noch 26 lautstarke Zwerg- und rund 40 gegen Abend einfallende Singschwäne.
2 Waldsaatgänse (Anser fabalis fabalis) rundeten den entspannten Ausflug letztendlich ab.

Schön war´s...

Freitag, 28. September 2012

Ostfrieslandtrip

Moin Moin Vogelfreunde! Ein Kurztrip nach Emden brachte letzthin folgende Sichtungen und nachhaltige Erlebnisse mit Freunden. Am Dollart, knapp auf deutscher Seite, befindet sich ein schöner Beoturm mit dem trefflichen Namen Kiekkaaste. Wir sahen Rohrweihe und Regenpfeifer, Säbelschnäbler, Enten und Möwen hautnah.

Die subadulte Mantelmöwe (larus marinus)  macht durch ihre klobige Statur, das dukle Rückengefieder und den schweren Schnabel keine größeren Bestimmungsprobleme. Viele adulte Mantelmöwen haben, ähnlich wie Steppenmöwen eine dunkle Iris. Nicht so die Heringsmöwe. Auf dem zweiten Bild sehen wir eine solche. Diese Art unterteilt sich in  Unterarten von denen i.d.R. 3,  graellsii, intermedius und fuscus, in unseren Breiten anzutreffen sind. Wer sich für die Unterscheidug dieser interessiert, kann sich hier etwas belesen.

Im Vergleich zur Mantelmöwe sehen wir bei dem Vogel eine zierlichere Gestalt mit kleinem Kopf und schmalem Schnabel. Die Flügel sind, gerade bei Heringsmöwen, sehr lang und die Beine bei adulten immer quittegelb, was man hier, wegen der Schlickverschmutzung, nicht erkennen kann.

Auf dem letzten Bild ist eine Steppenmöwe in Position geschommen. Diese Art hätte ich am Dollart nicht unbedingt erwartet. Bei uns in Brandenburg dominiert sie die Möwentrupps zur Zugzeit allerdings. Für
Ostfriesland eine schöne Beobachtung. Über´m umliegenden Schilf jagten Sperber und Merlin und zu gegebener Zeit singen hier die Blaukehlchen aus Fast jeder Ecke. Die Feststellung von Bartmeisen ist vom zum Turm führenden Bohlensteg aus eigentlich obligat.


Am Leyhörn bei Greetsiel wurden wir von Gerjet, einem angenehmen Orni vom Ort,  durch das Naturschutzgebiet geführt. Ich entdeckte eine adulte Raubseeschwalbe, die sich zwischen den ca. 170 Löfflern niederliess. Über dem gegenüberliegenden Deich formierten sich Wolken von Alpenstandläufern und direkt am Wegesrand überraschten uns diese illustren Gesellen.

Vier Sumpfohreulen rasteten am Rande der frisch duftenden Strandasterfelder. Dieses Jahr hatte ich schon erstaunlich viele Begegnungen mit dieser seltenen und schönen Eule.
Zur Brutzeit sogar und besonders erfreulich, in heimatlichen Gefilden. Auch ein kleiner Falke erregte unsere Aufmerksamkeit. Da er leider schnell wieder verschwand, gelang mir nur ein Schnappschuss, auf dem er aber ob des Gesichtsausdrucks, seiner
 Schwanzzeichnung, und der kurzen Flügel sicher als Merlin zu erkennen ist. Die bräunliche Gesamtfärbung, sowie die beigen Federränder können auf einen diesjähtigen Vogel hinweisen. Auch Turm und Wanderfalke waren zugegen, letzterer hatte es sicher auf ein paar der schätzungsweise 32000 Alpenstrandläufer abgesehen. Wenige Sichelstrandläufer, Pfuhlschnepfen, einige Sandis, Kiebitzregenpfeifer, Rotschenkel und Knutts flogen in den Massen mit. Nicht so schön war der Fund einer toten Trottellumme. Lebendige Tiere dieser Art sahen wir leider nicht.


Im beschaulichen Greetsiel sicherte eine adulte Silbermöwe lautstark den ansonsten völlig ungesicherten Hafenbereich. Insgesamt konnten wir an 3 Tagen 109 Vogelarten finden und ließen es uns bei Flens, Fisch und Nordseekrabben gut geh´n



Bin dann mal in Schweden!

Es grüßt - Bert...